Christian reist

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Wien Marathon (Vienna City Marathon)

Im April 2015 stand er also an, mein erster Marathon in der alten und ehrwürdigen Stadt Wien. In dieser Stadt also, welche über 600 Jahre von den Habsburgern regiert wurde, eine Stadt reich an Erfahrungen, die Hauptstadt Österreichs und trotzdem weltoffen und modern.

Und wie war ich vorbereitet? Dem Kellner erzählte ich samstags, dass der Lauf für mich 1 Monat zu früh kommt. Die Vorbereitung war zu diesem Zeitpunkt nicht richtig abgeschlossen und die Oberschenkel fühlten sich trotz zweier Massagen schon vor den 42 km extrem schwer an.

Doch zurück zum Anfang. Mein erster Marathon sollte am 12.4.2015 in Wien stattfinden. Mit dem Auto bin ich 1 Tag vorher in Ladenburg früh morgens los gefahren, damit ich rechtzeitig bis spätestens 19 Uhr meine Startunterlagen in Wien abholen konnte. Zum Glück bin ich auch ohne größere Probleme durchgekommen, so dass ich um 15.26 Uhr in meinem Hotel einchecken konnte. Und ich hatte danach noch genügend Zeit in die Messehalle zu fahren und in Ruhe mich um die Startunterlagen zu kümmern. Nachdem ich alles bekommen hatte, bin ich fasziniert und aufgeregt über die Sportmesse gelaufen und habe auch noch eine Lauf Hose (wie sich nach dem Marathon herausstellte eine sehr gute) gekauft, sowie 2 Laufshirts (auch perfekt, da ich keine Schürfwunden hatte). Danach wollte ich in Ruhe meine vorbestellte Pasta genießen. Dummerweise war die Pasta Party aber nicht in der Messehalle, sondern in der Nähe des Rathauses und so hatte ich keine Zeit mehr rechtzeitig dort hin zu kommen. Egal im Hotel nahm ich meine „Henkersmahlzeit“ zu mir. Fettucini mit Garnelen, Kartoffeln und Gemüse mit einer Flasche Wasser und 2 alkoholfreien Weizen. Danach bin ich ins Bett und zum Glück auch schnell eingeschlafen.

Am nächsten Morgen klingelte um 6 Uhr mein Wecker. Da das Frühstück erst um 6.30 Uhr beginnen sollte hatte ich noch genügend Zeit mich fertig zu machen, bevor ich in den Speisesaal ging. Im Gegensatz zu anderen Athleten hatte ich kein Problem mit dem Essen und so genehmigte ich mir 3 weiße Brötchen mit Honig, Orangensaft und Kaffee.

Nach dem Frühstück bin ich hoch ins Zimmer, um meine Sachen zu packen. Aufgrund der großräumigen Absperrung des Startbereiches konnte ich nicht mit dem Auto hinfahren und fuhr zu einer nahegelegenen U-Bahn Station, von wo ich schnell an den richtigen Punkt kommen sollte. Zwischendurch stiegen natürlich immer weitere Marathon-/Halbmarathon-Starter ein und im Startbereich eröffnete sich mir ein imposanter Anblick aller über 20.000 Starter.

Um 8.48 Uhr bin ich in meinen Startblock 3 gegangen (für Läufer mit einer angestrebten Zeit unter 4 Stunden). 8.55 Uhr starteten die Profis und um 9.10 bin ich über die Startlinie gegangen. Da ich vorher noch nie eine Strecke über 28 km gelaufen bin, ging ich das Rennen erst einmal langsam an. Ich war deshalb auch verblüfft, wie viele Menschen mich am Anfang überholt haben. Mir war es heute egal, denn ich wollte auch eher nach persönlichem Gefühl laufen, obwohl ich meine Uhr an hatte. Schon nach 3 km habe ich meine Oberschenkel gespürt und war mir hier nicht sicher, ob es eine so gute Idee war, zu starten.  Nach 10 km wurde es langsam besser und ich kam immer besser in Schwung. Bei km 21,1, als ein Großteil der Starter zum Halbmarathon Ziel abgebogen ist, habe ich zum ersten Mal auf meine Uhr geschaut. 2.01 h, ok wenn ich etwas Gas gebe, waren sogar die 4 h noch drin. Und zum Glück habe ich auch auf den nächsten 9 km einen Pacemaker gefunden, an dem ich mich orientieren konnte. Und im Gegensatz zum Start, war ich in dieser Phase nur am Überholen, da auch meine Zeiten deutlich schneller wurden. Leider konnte ich dieses Tempo nicht halten, da ich ab km 30 muskuläre Probleme bekam. Die Kondition war gut, doch die Beine wollten nicht mehr so wie ich. Da ich auch weiß, wie ich auf negative Meldungen reagieren würde (mit Stehen bleiben), wollte ich bis km 35 weiterlaufen, bevor ich wieder auf die Uhr schauen wollte. Trotzdem wurde ich bei km 33 etwas geschockt, als mir der Läufer mit der 4 h Fahne auf dem Rücken bei einer Spitzkehre entgegen kam. Im Endeffekt wahrscheinlich etwa 4 min vor mir. Trotzdem gab ich dem Drang, auf die Uhr zu schauen, nicht nach. Bei km 35 schob ich auf km 36 und dann auf km 37. Als ich bei km 37 angekommen war, wollte ich zum ersten Mal etwas langsam laufen, sagte mir aber: „bei einer Zeit von 3:28 oder drunter hast du eine gute Chance die 4 Stunden zu knacken“. Dummerweise zeigte die Uhr auch genau 3h28min an. Trotzdem nutzte ich am Wasserstand die Möglichkeit 30 Sekunden zu gehen, bevor die Reise mit schmerzenden Beinen bzw. Oberschenkel weiter ging. Bei km 40 war ich immer noch auf einer Endzeit von unter 4 h, obwohl ich jetzt gar keine Lust mehr hatte zu laufen. Doch packte mich hier der Ehrgeiz und ich schaute jetzt deutlich häufiger auf meine Uhr. Zum Glück bin ich dann nach 3:59:47 im Ziel angekommen und habe bei meinem ersten Marathon die 4 Stunden geknackt.

Als 2.998 von 5.968 Teilnehmern gesamt

Als 2.662 von 4.846 angekommenen Männern

Als 437 meiner Altersklasse war ich sehr zufrieden

Im Ziel machte sich Erleichterung breit, aber auch relativ schnell die Schmerzen in den Beinen, die ich auch mit dem Alkohol danach nicht sonderlich gut betäuben konnte.

Trotzdem bin ich sehr zufrieden und erleichtert meinen ersten Marathon bestanden zu haben und freue mich schon (jetzt 5 Tage später, als ich den Bericht geschrieben habe) auf den nächsten!

Urkunde Marathon Wien
Urkunde Marathon Wien.pdf (865.1KB)
Urkunde Marathon Wien
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