Christian reist

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Triathlon 70.3 Pays d'Aix

 

Meine erste große Standortbestimmung  in diesem Jahr war die Mitteldistanz Ironman 70.3 Pays d’Aix in Aix-en-Provence. Nach meinem anstrengenden einwöchigen Trainingslager auf Mallorca mit einer folgenden Olympischen Distanz,  hatte ich für den Wettkampf in Frankreich eine Woche zur Regeneration und Vorbereitung. Da ich auch noch eine Wette (Gewicht unter 80 kg) in der Woche zu bestehen hatte, musste ich von Montag bis Donnerstag noch schnell 3,1 kg abnehmen. Dies hatte ich dann auch geschafft und so konnte ich mich in Ruhe (J!!)auf den Wettkampf konzentrieren.

Die  Vorbereitung bestand somit nur aus 2 lockeren Läufen und einer kleinen Radeinheit im Fitnessstudio. Beim Essen war dann ab Donnerstag Carboloading angesagt.

Da ich fast meinen gesamten Jahresurlaub für 2016 verplant hatte, blieb mir nur der Freitag zur Anreise. Aufgrund weniger guter Flüge, entschied ich mich für die Anfahrt mit dem Auto. Losfahren wollte ich am Freitag um 13 Uhr aus Wuppertal, weiter zu meinen Eltern in die Pfalz mein Fahrrad holen und dann durch bis Aix-en-Provence.

Ok, ganz funktioniert hat mein Plan nicht. Aus dem Büro kam ich erst um 20 Uhr, bin dann zu meinen Eltern gefahren, habe dort übernachtet und musste am nächsten Morgen früh um 5 Uhr los, da ich bis 14 Uhr meine Unterlagen abholen sollte. Bei meinen Eltern ist mir aufgefallen, dass ich meinen Geldbeutel vergessen hatte und war froh, dass mein Vater noch meinen alten abgelaufenen Perso hatte.

So startete ich 1 Tag vor dem Wettkampf am Samstagmorgen um 5.30 Uhr mit der Autofahrt über knapp 950 km. Zum Glück war an diesem Tag relativ wenig auf den Straßen los und um 13.30 Uhr hatte ich in Aix-en-Provence mein Auto geparkt und machte mich auf den Weg zur Registrierung.

Dort die nächste Überraschung, bzw. da auch hier meine Vorbereitung nicht optimal war, war es nur eine länger als kalkulierte Verzögerung.

Für den Start in Frankreich bzw. hier beim Ironman hätte ich eine gültige Lizenz benötigt. Diese hatte ich für 2016 noch nicht bekommen und somit musste ich mir eine Tageslizenz besorgen. Voraussetzung für diese Tageslizenz ist aber ein gültiger medizinischer Check. Dies wusste ich bereits im Vorfeld, hatte aber die Woche über in Deutschland keine Zeit und wollte mir das Zertifikat vor Ort erstellen lassen. Was ich aber nicht einkalkuliert hatte war, dass der Arzt sich für jede Person ca. 12-15 min Zeit nahm und so stand ich noch 4 h im kalten Wind bis ich endlich überprüft wurde. Zum Glück war um 16.30 Uhr die Anmeldung noch offen und so bekam ich meine Startunterlagen.

Die zweite Wechselzone, sowie der Zielbereich waren nur gut 500 m entfernt und so hatte ich genügend Zeit, meinen Beutel abzugeben. Nun musste ich mich aber beeilen, da der Start und die erste Wechselzone im 25 km entfernten Peyrolles waren und ich bis 19 Uhr mein Fahrrad einchecken musste. Aber auch dieses kleine Problem konnte ich locker meistern und um 18.30 Uhr hatte ich dann endlich die Ruhe in mein Hotel zu fahren. Das einchecken klappte auch ohne Probleme, doch etwas Richtiges zu Essen bekam ich im Hotel nicht mehr, da wahrscheinlich sehr viele weitere Triathleten dort übernachtet hatten und alle Nudeln ausverkauft waren. So musste ich mich mit einer kalten Platte begnügen, bevor ich ins Bett ging und zum Glück schnell einschlafen konnte.Normalerweise ist für mich das schlimmste bei einem Triathlon das frühe Aufstehen. Heute habe ich die 4.30 Uhr aber relativ gut verkraftet. Auch die 2 Baguettes mit Nutella haben recht gut geschmeckt. Da ich noch ein paar Sachen mit zum Start nehmen wollte, entschied ich mich gegen den Shuttle von Aix-en-Provence nach Peyrolles und fuhr selbst mit dem Auto hin. Um kurz nach 6 Uhr kam ich zum See (Lac de Peyrolles) und dort stand schon die nächste Überraschung bereit. Da es aktuell nur 6 Grad hatte und auch für den weiteren Tag niedrige Temperaturen und viel Wind vorhergesagt waren, entschied sich die Rennleitung das Schwimmen ersatzlos zu streichen. Für heute hatte ich nichts dagegen und konnte mich im Auto bis 8.30 Uhr warmhalten. Ich hatte genügend Zeit mich umzuziehen und vorzubereiten, bevor mein Start um kurz nach 9 Uhr begann.

Normalerweise komme ich ja als einer der letzten aus dem Wasser, durch den heutigen Ausfall des Schwimmens aber - fand ich mich in einer Gruppe wieder. Und so war das Gefühl recht ungewohnt, immer wieder überholt zu werden und ich fühlte mich auf dem Rad auch nicht so gut. Auch der starke Wind und die Kälte waren eher nicht förderlich für meine Laune. Bei ca. Km 15 startete der erste Berg über eine Länge von knapp 13 km und ca. 190 HM. Bei Km 40 dann Berg Nr. 2 mit einer Länge von knapp 14 km und ca. 150 HM. Der letzte und steilste Anstieg war dann bei km 68 mit knapp 5 km Länge und ca. 220 HM. Insgesamt werden 1.200 HM bei dieser Strecke angegeben.

Was mich heute insgesamt auch zermürbte, waren über das gesamte Rennen der starke Gegen- und Seitenwind und so war ich wirklich am überlegen, ob ich noch auf die abschließenden 21,1 km gehen sollte. Da ich keine Uhr dabei hatte, befürchtete ich schon das Schlimmste.

Die Laune änderte sich dann doch wieder, als ich zum Wechsel nach Aix-en-Provence kam. Im Gegensatz zur Radstrecke waren hier sehr viele Zuschauer unterwegs und feuerten die Athleten an, was Auftrieb gab.  Für mich üblich, ließ ich mir beim Wechsel wieder über 7 min Zeit und machte mich auf die Laufstrecke.

Was ich mir vorher nicht angeschaut hatte und deshalb auch nicht wusste, war, dass auch die Laufstrecke über 130 HM führte. Also verteilt auf 3 Runden und in jeder Runde auf 3 Anstiege. In der ersten Runde fand ich gut in meinen Rhythmus und konnte die 7 km relativ locker absolvieren. In der zweiten Runde musste ich aber beim ersten Anstieg nach 1 (bzw. 8 km) das erste Mal gehen und dieses wiederholte ich dann bei jedem weiteren Anstieg plus bei allen Versorgungsstationen. Insgesamt bin ich deshalb 10-mal gewandert. Normalerweise hätte ich mich darüber geärgert, aber heute war es mir egal. Umso überraschter war ich dann im Ziel, als ich meine Zeit von 5:21 sah. Mit einer Radzeit von 3:13 und einem Schnitt von knapp 28 km war ich bei den Bedingungen heute zufrieden und auch beim Laufen kam ich knapp an die 2 h Marke ran (2:00:48) was mich doch sehr überraschte.

Und so war ich nach 5:21:50 im Ziel.

Mit meiner Platzierung von:

1.559 von 2.058 Teilnehmern

1.446 von 1.826 Männern

234 von 287 in der Altersklasse

konnte ich heute sehr zufrieden sein.